

Upmessing
Mit der Serie „Upmessing“ vollzieht Götz Friedewald einen radikalen und zugleich poetischen Akt: das bewusste Zerstören, um neu zu erschaffen.
Bestehende Werke werden nicht überarbeitet, sondern aufgeschnitten – fragmentiert in Streifen, die ihre ursprüngliche Ordnung verlieren und in eine neue, räumliche Struktur überführt werden.
Dieser Eingriff ist mehr als ein formaler Prozess. Er ist eine künstlerische Entscheidung gegen die Endgültigkeit des Bildes. Das zweidimensionale Werk wird seiner Geschlossenheit beraubt und öffnet sich in eine dritte Dimension, in der Licht zur aktiven Gestaltungskraft wird. LED-Elemente durchdringen die Bildkörper und erzeugen ein dynamisches Wechselspiel von Sichtbarkeit und Schatten. Was zuvor Fläche war, wird nun Raum – und damit Erfahrung.
Besonders bemerkenswert ist die inhärente Spannung dieses Ansatzes: Jeder Schnitt ist ein Verlust, jede Transformation ein Risiko. Doch genau in diesem Moment der Trennung liegt die eigentliche Stärke der Serie. „Upmessing“ thematisiert nicht nur Transformation, sondern verkörpert sie. Das ursprüngliche Bild bleibt als Erinnerung präsent, doch es wird gleichzeitig überschrieben, erweitert und in eine neue Existenz überführt.
Friedewald gelingt es, den Akt der Zerstörung in einen Akt der Wertsteigerung zu verwandeln – nicht im materiellen, sondern im künstlerischen Sinne. Die Werke gewinnen an Tiefe, buchstäblich wie metaphorisch, und fordern den Betrachter dazu auf, Bild nicht mehr als statisches Objekt, sondern als wandelbaren Prozess zu begreifen.
„Upmessing“ ist damit weniger eine Serie als ein künstlerisches Prinzip: ein Denken in Transformation, in dem jedes Ende zugleich ein Anfang ist.
